Rot !!

Rote Strmpfe, denke ich, warum trgt sie rote Strmpfe?
Oder ist es sogar eine Strumpfhose? Das hat sie ja schon
mal gemacht, damals, als wir uns noch nicht lange kannten.
Ich hab ihr das dann mit den Strumpfhosen erklrt, auf meine
Weise. Und doch geht sie jetzt da mit rot bestrumpften Beinen
vor mir die Treppe hinauf. Will sie mich provozieren? Aber
das soll sie mal ruhig tun. An meine Antwort wird sie sich
noch lange erinnern. Und ob Strumpfhose oder Strumpf ist
mir da egal. Rot gehrt einfach nicht zu den Farben, die
ich an ihr mag.


Ich muss mir das Rot ihrer Beine noch zwei Stockwerke lang
anschauen. Mit kleinen, ungelenk wirkenden Schritten
geht sie da vor mir das Treppenhaus hoch. An den Schuhen
liegt das nicht, mit zehn Zentimetern Absatz kann sie nicht
nur gut umgehen, sie kann damit wirklich gut gehen. Aber
der Rock, der ist verdammt eng. Der lsst ihr an der entscheidenden
Stelle keine Mglichkeiten. Rund um die Knie ist der sehr
eng zugeschnitten. Ich liebe derlei Maarbeiten und zahle
auch gerne die erforderlichen Preise. Korsetts von der
Stange knnen viele kaufen, von Lackkleidern ganz zu schweigen,
aber wenn es darum geht den wunden Punkt einer subbie ganz
offen zu legen, da muss man schon hinschauen knnen. Und
sie hasst es nun mal, wenn sie sich nicht bewegen kann. Ein
paar andere Dinge hasst sie auch noch.


Wir kennen uns jetzt seit einem Jahr. Was wir miteinander
haben ist eine Spielbeziehung. Die Regeln sind also klar
definiert. Fr Gefhle ist kein Platz, alles andere geht
seinen gewohnten Gang. Ich rufe sie an, nenne ihr Zeit und
Ort. Und sie ist da. ber alles andere haben wir im letzten
Jahr nicht oft geredet. Da bedarf es keiner weiteren Worte
mehr.


Fr heute habe ich dieses alte Fabrikgebude entdeckt.
Es liegt im Sden der Stadt und steht seit ungefhr zehn
Jahren leer. Die Fenster sind blinde, schwarze Lcher,
berall riecht es nach Verfall. In einem der Kellerrume
hat ein Penner sein Lager aufgeschlagen, viel mehr als
leere Konservendosen und Weinflaschen habe ich von dem
noch nicht gesehen. Aber ich wei, er ist da.


"Da willst du mit mir rein?" hat sie vor dem rostigen
Tor des Fabrikgelndes gesagt.
"Ja." "Sieht..., naja, also schrecklich aus."
"Und?" "Und was?" "Und was mchtest du mir damit sagen?" habe
ich gefragt.
"Ich habe Angst", hat sie geantwortet.
Ich habe nichts gesagt, ich habe sie nur an mich gedrckt.
Ich habe sie spren lassen, was mich bewegt. Ich habe ihr
meinen in der Hose lauernden Schwanz an den Arsch gepresst,
ohne ein Wort zu sagen. Und auch sie hat nichts gesagt, sie
hat nur tief durchgeatmet. Ich habe ihren Atem gehrt und
ich habe ihn gesprt.


Am Ende der Treppe ist dann diese Stahltr, Rost hat sich
durch die Farbe gefressen. Das Schloss hat irgendwann
jemand mit Gewalt herausgebrochen, die Klinke ist auf
groteske Weise verbogen. "Rein da", fauche
ich sie an.
Sie schiebt die Tr auf, die verrosteten Scharniere leisten
Widerstand.
"Schneller!" Sie schiebt sich durch den noch
viel zu schmalen Spalt. Ihre Bluse reit an der Schulter
auf.
"Rein da!" schnauze ich sie an.


Sie schaut dann doch auf den Riss, ganz schnell, bevor sie
die Tr unter einem schrecklichen Quietschen weiter ffnet.
Ich bin dicht genug hinter ihr, um sie in den Raum zu stoen.
Mit erhobenen Armen strzt sie, gerade noch so kann sie
die Knie anziehen und die Hnde vor ihren Krper bringen.
Dennoch rutscht sie ber den Boden.
"Ich hab gesagt, rein da!" Sie sagt nichts,
sie liegt nur da, leicht gekrmmt, ihr Kopf schaut nach
vorn, dahin, wo die Matratze liegt.


Die Matratze habe ich den Kellerrumen des Gebudes gefunden.
Als ich die zwischen all den leeren Weinflaschen, Konservendosen
und was sonst noch auch immer gesehen habe, habe ich gedacht,
die ist es. Die Matratze muss dem Penner gehrt haben, die
ist so ein richtig verdrecktes und versifftes Stck. Als
ich die hochgeschafft habe unters Dach, habe ich dafr
Einmalhandschuhe getragen. Die Matratze hat gestunken,
keine Ahnung, was man sich beim Anfassen von so etwas alles
an Krankheiten holen kann. Die ist es, habe ich dennoch
gedacht. Ich habe einen Haken in die Matratze geschlagen
und dann habe ich sie an einem Seil nach oben gezogen. Das
ist nun drei Tage her.


"Leg dich hin", sage ich jetzt zu ihr.
"Ich liege schon ..." kommt es von ihr zurck.

"Aber nicht dort, wo ich dich haben will", sage
ich.
Noch immer schaut sie die Matratze an. Ich wei nicht, welche
Geschichten ihr all die Flecken erzhlen, die auf der Matratze
zu erkennen sind. Rote Flecken sind das, die schon ins brunliche
bergehen, gelbliche Flecken sind das und Flecken, die
nur noch grau schimmern, und da sind diese Rissen und Scheuerstellen,
auch Flecken irgendwie. Mit einer Hand greift sie nach
ihrem Rocksaum, versucht ihn nach unten zu zupfen. Erst
jetzt sehe ich, sie trgt wirklich Strmpfe. Selbsthaltende
sind das mit einem breiten Abschluss aus Spitze. In einer
anderen Farbe als Rot wrden die mir sicherlich gefallen.
"Mach schon", schnauze ich sie an.
"Bitte", sagt sie leise und schaut wie gebannt
auf die Matratze.
Ich bin sofort an ihr dran, mit einer Hand packe ich ihr Haar,
mit der anderen ihr Kinn. Ich wirbel ihren Kopf zu mir herum.



"Du", sage ich, "machst was ich sage."
Und dann lass ich ihr Kinn los, nicht ohne ihren Kopf am Haar
noch ein Stck weiter nach oben zu zwingen. Und dann verpasse
ich ihr eine Ohrfeige. Ich schlage sie nicht hart, aber
der Schlag klatscht laut und treibt ihr Trnen in die Augen.


Als wir uns kennengelernt haben, ist es meine direkte Art
gewesen, die ihr so gefallen hat. Auf der Party damals hat
sie ihr Typ einfach zu stehen lassen. Ihre Hnde hingen
wie verloren an einem Garderobenhaken. "Machs gut",
hat er gesagt und sie dabei mit einem Blick angeschaut,
bei dem wir fast schlecht wurde. Aber es gibt sie eben, diese
Typen, die fr ihre Subs nur Verachtung brig haben. Und
genau so gibt es diese Subs, die nichts anderes wollen als
Verachtung. Die neben dem Schmerz am Krper auch die Pein
fhlen wollen, denen man ihrer Seele bereiten kann. Eine
Stunde spter hingen die Arme der Frau noch immer oben an
diesem Garderobenhaken. So sehr sich die Frau auch in ihren
Plateaustiefeln zu recken versuchte, so sehr sie die Arme
auch streckte, sie kam nicht heran an diesen Knoten.


Ich hatte mich umgehrt, natrlich, und erfahren, zwischen
den beiden war die Luft schon lange ziemlich dick. Es gab
schon einige, die mir ganz klar sagten, dass das da am Garderobenhaken
seine Abschiedsvorstellung gewesen sei. Das hatte ich
mir bei diesem Blick schon gedacht, aber auf Nummer sicher
musste ich trotzdem gehen. Und so sehr mir ihr Strecken
und Recken nach oben auch gefiel, ich habe ihr dann den Knoten
gelst. Dabei habe ich kein Wort gesagt. Und als sie mir
dankbar in die Arme fallen wollte, hab ich sie fortgestoen
Richtung Toilette. Ich hab sie in eine der Kabinen geschoben
und dort habe ich ihren Rock gehoben. Ich hab sie dann von
hinten genommen, wortlos. Ich hab mir dabei richtig viel
Zeit gelassen, ich habe anfangs sogar mitgezhlt, wie
oft ihr Kopf bei meinem Zustoen gegen die Wandkacheln
geknallt ist.


Als wir raus sind aus der Toilette, habe ich mir ihre Nummer
geben lassen. Zwei Wochen spter habe ich sie angerufen,
ich habe ihr gesagt, wo sie hinkommen soll. Sie ist gekommen,
und daran hat sich seit damals nichts gendert. Wenn ich
sie anrufe, kommt sie.


Eine Viertelstunde spter liegt sie vor mir auf der Matratze.
Sie liegt auf dem Rcken und hat die Beine gespreizt, ihr
Rock hngt ihr wie ein Grtel um die Taille. Ihren Slip -
auch rot - hat sie zerreien mssen, ihre Finger spielen
mit den Schamlippen.
"Schneller." Ihre Finger spielen schneller.

"Und jetzt rein!" Sie schiebt sich einen Finger
in ihr Loch.
"Du machst das gut!" lobe ich sie. Sie schaut
mich nicht an, ihr Blick geht hoch zur Decke. Ihr Gesicht
hat etwas mechanisches, da bewegt sich nicht viel. Und
wenn, dann ist in diesen Bewegungen nichts menschliches.
"Tiefer." Sie schiebt ihren Finger tiefer in sich rein. "Beweg
ihn!" Sie bewegt ihren Finger.
"Weit du", sage ich im Plauderton zu ihr, "weit
du, du erinnerst mich an eine Nutte, die ich mal kannte."
Ihr Finger ist in ihr und er bewegt sich. "Die hat auch
alles gemacht, was ich wollte..." Ihr Blick geht
starr zur Decke. "Sie hat sich mit einer Kerze befriedigt,
so eine richtig dicke, weie Kerze ist das gewesen..."
Sie starrt weiter zur Decke, ihr Finger bewegt sich noch
immer in ihr.
"Ich hab zuerst gedacht, sie kriegt die Kerze nicht
in ihr Loch, aber dann mit einem Mal war dieses Monstrum
von Kerze in ihr..."


Ich habe schon mit Allerlei in den Lchern der Frau gespielt.
Ich darf alles tun, sie muss alles mit sich machen lassen,
so lautet die Regel. Auch mit einer Kerze habe ich in ihr
gespielt, eine richtig dicke ist das gewesen. Als sie die
endlich in sich drin hatte, arbeiteten ihre Zhne wie Mahlwerke
und ihre Augen waren vor Schmerz geschlossen.


"Diese Nutte hat alles fr mich gemacht..., an diesem
Abend. Ich habe ihr gesagt, was sie tun soll, sie hat mir
gesagt, was das kostet. Ich habe dann Geldscheine auf das
Nachtschrnkchen gelegt, mal auch mit einem dicken Trinkgeld
aufgestockt. Ich kann dir sagen, es war eine geile Show...
Und das geilste an der Show war, als ich sie dann ans Bett
gebunden hatte, habe ich mein Geld genommen und bin gegangen."


Der Finger der Frau arbeitet weiter in ihr, der Blick geht
noch immer nach oben zur Decke. Ich wei nicht, was sie dort
sieht, aber es scheint ihr zu helfen. "Vorher habe
ich ihr natrlich meinen Schwanz in den Arsch gesteckt",
sage ich. Sie hasst es von hinten, das wei ich. Sie sei da
zu eng, es wrde ihr wehtun, sehr weh, hat sie mir mal anvertraut.
"Und jetzt dreh dich um!" Sie zgert. "Sofort",
brlle ich.
Sie dreht sich um, noch immer zgernd, aber sie tut es. "Gesicht
auf die Matratze!" In ihrem Gesicht arbeitet es,
sie will ihr Gesicht nicht auf die Matratze pressen. Das
Ding stinkt einfach zu sehr nach alter Pisse, Erbrochenem,
Schwei und verschttetem Wein.


"Auf die Matratze!" Sie macht das dann, sie
presst ihr Gesicht auf diese vllig versiffte Matratze.
Ihre Arme zittern ein wenig, ihre Hnde versuchen irgendwo
Halt zu finden, aber den Rand der Matratze wollen sie nicht
greifen. Das Ding ist einfach zu ekelhaft.


Ich begnge mich dann damit ihr die roten Strmpfe von den
Beinen zu zerren. Ihre Schuhe lasse ich vorher wtend durch
den Raum fliegen. Als meine Hnde unter den Spitzenabschluss
der Strmpfe gegriffen haben, ist ein Schauer durch ihren
Krper gegangen. Ihre Arme haben vor Anspannung gezittert,
ihre Hnde sich in den Rand der Matratze gekrallt.
"Wenn du noch einmal rote Strmpfe trgst",
sage ich dann mit leiser Stimme, "oder eine rote Strumpfhose,
werden wir uns nie wiedersehen."

Sie sagt nichts, da ist nur dieses Zittern ihrer Schultern,
das sich ber den ganzen Krper ausbreitet. "Und
jetzt steh auf..." Sie bleibt liegen.
"Steh auf!"

Bislang habe ich sie jedes Mal gefickt, mal schnell, mal
langsam, aber ich habe sie jedes Mal gefickt. Sie ist das
Loch gewesen, in das ich mich habe entleeren knnen. Wie
eine Maschine ist sie mir dabei vorgekommen, sie hat es
einfach hingenommen. Da ist der Kolben gewesen, der in
ihr etwas bewegt hat.


Ich wei, das sind billige Bilder. Aber so ist sie, sie tut,
was ich ihr sage. Sie tut es fast ohne jeden Widerstand.
In dem Jahr, das wir uns nun schon kennen, habe ich ihre Grenzen
noch nicht gefunden. Nicht fickenderweise und auch sonst
nicht. Ich habe sie schon hart geschlagen, ich habe ihre
Brste bearbeitet, ich habe sie mit Nadeln durchbohrt
und sie auf vielfltigste Weise erniedrigt. Alles hat
sie hingenommen, so als sei das alles nur Teil eines Programmes,
das sie zu erfllen hat. Und jetzt will ich sehen, wie sie
darauf reagiert, wenn ich sie nicht ficke. Was macht ihr
Programm dann?


Sie steht auf, ihr Gesicht ist gertet, ihre Augen suchen
nach einem Fixpunkt. Ihre Hnde streichen ber ihre Bluse,
versuchen den Rock herunter zu schieben. "Deine
Schuhe liegen neben der Tr..." sage ich. Sie geht
dann zu Tr, ihr nackter Arsch sieht wei aus, ihre Beine
sehen ohne Strmpfe so verletztlich dnn aus. "Und
jetzt gehen wir", sage ich, als sie ihre Schuhe an
den Fen hat. Die Rte aus ihrem Gesicht ist verschwunden
und einem maskenhaften Wei gewichen.


Als sie dann spter zu ihrem Wagen geht, mit nackten Beinen
und einem Rocksaum, der vllig verrutscht ist, frage ich
mich, ob sie nicht wie die Matratze ist. Man kann alles mit
ihr machen und sie bleibt was sie ist, eine Matratze. Nur
ein Ding. Und ich frage mich, wo der Mensch in ihr geblieben
ist. Und dann, dann fange ich mich an zu fragen, was ich beim
nchsten Treffen mit ihr mache. Und ob ich sie nicht doch
eines Tages finden werde, die Frau in ihr. Ich wnsche mir
das so.

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